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Donnerstag, 10. Januar 2013

weder reich noch sexy - Absturz in Berlin

(Berlin Schönefeld - die Korruptionsruine - ein Sittenbild von Großer Koalition)

Der Hauptstadtflughafen BER wird wieder nicht eröffnet, der Termin wurde erneut verschoben. Die Kostensteigerungen zu ungunsten des Berliner Gemeinwohles (Schulen, Gesundheit, Soziales, öffentlicher Verkehr....) sind noch gar nicht absehbar. Berlin ist einmal mehr internationaler Satirestoff. Dies wäre nicht so schlimm, wenn es nicht die Substanz der Stadt Berlin und des Landes Brandenburg kosten würde. Wowereit hat ausgespielt, vor diesem Hintergrund ist auch sein festgefrorenes Dauerlächeln einfach als reine unsichere Wirklichkeitsverweigerung zu erklären. Er kann Berlin nicht und er konnte das eigentlich nie, was aber am schwersten wiegt, ist die Intransparenz und Dreistigkeit mit der das Debakel um den BER immer wieder verschleiert wird.

Natürlich weiß man schon lange vor den Absageterminen bescheid, selbstredend wird vor der Veröffentlichung solch einer "bösen" Nachricht im stillen Kämmerlein ein Medien- und Politkonzept entwickelt. Klar ist aber, dass man als Aufsichtsratsvorsitzender nicht schönes Wetter verkaufen darf, während dem die Welt schon untergeht, dies ist eindeutig Betrug. Auf jeden Fall sollte man nicht dabei erwischt werden, aber genau das ist Wowereit mehrmals passiert.

Niemand vertraut mehr dem Regierenden Bürgermeister, darum muss er zurücktreten. Er hat mit seiner Dumpfbackenpolitik die Künstler aus der Stadt vertrieben, windige Investorenzusammenhänge protegiert und eine unüberschaubare Zahl an Fehlentscheidungen getroffen. Im Wahn der Stadt Glanz, Glorie und Reichtum überzuhelfen, hat er sich in seiner dann aber doch kleinen Billigglamour-Welt verheddert und ist der Nicht-verstehende, weil nichts hinterfragende Dauerlächler geblieben, der er schon als Berliner SPD Abgeordneter war.

Die SPD schleudert Richtung Wahlkampf, in Berlin sehen wir, was eine große Koalition bedeutet bzw. anrichten kann: Stillstand, Mauscheleien und verteiltes Versagen. Dass Wowi nicht über die Wolken kommt, sondern am Boden kleben bleibt, sollte uns allen ein Denkanstoß dafür sein, wie man eine große Koalition auf Bundesebene verhindern kann. Steinbrück, der programmierte Looser und wenig begnadeter Nichtskönner mit Hang zum gehobenen Einkommen, sollte eigentlich als Kanzlerkanditat sofort weg. Er nährt den Verdacht, dass die Sozialdemokraten verlieren wollen, um dann im Schatten der Finanzmarktkanzlerin ein wenig das Mittelschichtler-Volk still zu halten. So ist die SPD unwählbar und dies ist schlechter für Europa, als eine Union/FDP Peinlichkeit nach der anderen.

Das Berliner SPD/CDU-Beispiel zeigt, dass es noch schlimmer kommen kann, als es schon ist. Ein CDU Innensenator, der sein Ministerium nicht im Griff hat und dem der Verfassungsschutz (NaziBAFÖG) auf der Nase herumtanzt. Ein Bürgermeister, der die Stadt von "arm und sexy" nach "noch ärmer und ungeil" entwickelt. Im Ergebnis: schlimme Wirkung durch Nichthandeln. Vielleicht braucht Berlin ja keinen Flughafen mehr. Die Kulturszene wurde und wird vertrieben, die Mieten steigen und die neue Architektur ist ein rückschrittlicher, uniformer, leerstehender Profitoptimierungsquatsch, ebenso langweilig wie in anderen konsumkettenverseuchten Städten Europas. Vielleicht sollte man BER als Korruptions- und Unfähigkeitsruine touristisch vermarkten, Wowi macht den Fremdenführer.

Bis dahin aber hoffen wir, dass der Regierende Amtsmüde am Samstag aus dem Roten Rathaus entfernt wird. Liebe Abweichler in der SPD, sofern es da welche gibt, rettet Berlin und entzieht dem Bürgermeister BER euer Vertrauen. Ist diese Partei zukunftsfähig oder eben nur ein pseudosozialer Treppenwitz der Geschichte? Diese Frage werden sich die Abgeordneten der SPD in Berlin ebenso stellen müssen, wie die Steinbrückfans auf Bundesebene. Jetzt wäre noch die Zeit, sowohl Größe als auch Hirn zu beweisen.

(Bild: Das klassische Verzweiflungsgrins-Symptom der gemeinen Aufmerksamkeitsstörung und der krankhaften, selbstzerstörerischen Hybrissucht, alles nur Zeichen eines unbewussten Masochismus.)

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euer Tacheles Team

1 Kommentar:


  1. kein hund. nirgendwo. und nicht getroffen. trotzdem bellen.
    (das selbstlose selbst)



    Lieber Martin,

    wenn ich http://kritikdesign.blogspot.de/2013/01/brief-das-amtsgericht-bezuglich-der.html richtig interpretiere,
    ist die "Gegenseite" immer noch nicht über das Tacheles Trauma hinweg, wie schön.
    und jetzt noch strafrechtliche Schritte andeuten, hihi...

    Leicht fällt es mir ja nicht, sowohl in Deinen Notizen als auch denen der Gegenseite den Kern noch zu erkennen...



    Aber süß immerhin: "Herr Jagdfeld SELBST ist weder Gläubiger noch Schuldner...."

    Wahrscheinlich gibt es im juristischen Jargon das "SELBST" ja nicht,
    und so kann man darüber räsonieren: Statt der "natürlichen Person" Jagdfeld,
    welche im Rahmen geschäftlicher Vereinbarungen beispielsweise "Eigentümer", "Besitzer",
    "Verfügungsbevollmächtiger", "Vorstand" oder was auch immer für juristisch eindeutige Rollenbezeichnungen
    hätte zugeschrieben bekommen, stattdessen nun also das (vollkommen juri-cleane) SELBST,
    welches sich im Zeitalter der multiplen Persönlichkeitsaufspaltung
    wahrscheinlich weiter ausdifferenzieren lässt: in das "moralische SELBST",
    das "pragmatische SELBST" und das "Image des SELBST", sowie das "SELBST für kritische Zeiten" ...
    und last but not least das "SELBST, wie wir es uns alle wünschen"...., also das "selbstlose SELBST"....
    und eines dieser SELBSTe hat eben genau nichts mit der Angelegenheit zu tun, gewiß,
    und auf genau dieses SELBST bezieht man sich....genial!



    Und auch köstlich: "Selbstverständlich liegt es im besonderen Interesse meiner Mandantin...."

    Wer ist eigentlich der Adressat dieser Bemerkung?...
    ...mmhhh, sollte es sein, dass die also auch (endlich mal) ihre Hoffnung zum Ausdruck bringen, daß nicht gemauschelt wird!?
    Wie konnte es dazu kommen, daß da eine Krähe Probleme mit den Augen bekommen hat?
    Hat sich da etwa eine andere Krähe nicht an die Grundregel gehalten?


    Mit lieben naßkalt winterlichen Grüssen
    Udo

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