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Donnerstag, 3. Oktober 2013

Berlin 2013/2014 - Künstler ab ins Ghetto...


(Bild: Berliner Künstler, am Weg zu Weltruhm, zahlen nur 5 Euro/m2 für ihre Selbstzerstörung...)

Unlängst, verfing sich eine journalistische Anfrage im ihh-Mail-Netz von Kritikdesign, dabei ging es um das Atelierprojekt "Kunstkaserne"auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens in Berlin Treptow. Laut Anfrage sei der Standort "durchaus schnell", also in 20 Minuten von Neukölln aus erreichbar (laut Auskunft der Berliner verhkehrsbetriebe aber dauert die Anfahrt von Berlin Mitte 1 Stunde und 11 Minuten - inklusive 3 maligen Umsteigens). Ateliers gäbe es dort für 5 Euro pro m2. Könnte ien solcher Ort also nicht das Kunsthaus Tacheles ersetzen? Und welche Bedeutung haben solche neuen Produktionsstätten?

Anbei der Versuch einer ernstzunehmenden Antwort:
Grundsätzlich ist es unerträglich, Künstler-Ghettos zu schaffen, in diesem speziellen Fall ist der Name "Kunstkaserne" wohl Programm. Zurzeit entstehen in Berlin allerlei, durch ihren peripheren Standort abgegrenzte, Kreativlager, in denen sich die Künstler auf ihre Arbeit angeblich besser "konzentrieren" können - also eine Art "Kreativ-Konzentrations-Orte".

Wieso sollte da irgendwer hinfahren, egal "wie schnell" dieses Kunstghetto erreichbar ist. Ob der Standort das Kunsthaus Tacheles erstzen könne, diese Frage stellt sich nicht wirklich. Tacheles war einzigartig, aus der sogenannten Wende entstanden und untrennbar mit der Mitte einer Stadt verbunden. Nur im Zentrum einer Stadt, letztlich egal welcher, kann eine kreative Reflektion von Tatsächlichkeit stattfinden. Dies ist der Grund warum schon seit dem 16 Jahrhundert Künstler- Ateliers in Stadtmitte, von den jeweils herrschenden Autoritäten nicht so gut gefunden werden. Treptow schön und gut, aber es ist zynisch und eine Art Betrug den kreativen, jungen Leuten 5 Euro abzuknöpfen, um dann noch mit ihrem Idealismus und ihrer Energie Profit zu machen. Nur wenn man den Künstlern 15 Euro für den m2 zahlen würde, dafür dass sie solche Schrottimmobilien bespielen, wäre dies eine annehmbare Strategie.

Derlei Standorte haben eine Bedeutung als Spaltenfüller für sterbende, lokale Printmedien. Ihre andere Aufgabe ist es, für private Investoren, auf dem Rücken von Künstlern, noch ein paar Euros zu verdienen. Es gibt genug Mitglieder des Kulturmanagerpacks, die sich gerne gegen ein paar Dukaten als Blockwarte zur Verfügung stellen. Insofern schaden diese Orte nicht nur der Kunst oder aber auch dem Kunsthandwerk, sie schaden auch der ganzen Stadt und ihren Menschen. Kunstkasernen und Kunstbaracken führen sich letztlich von der Wortschöpfung her ad absurdum, originell sind derlei Sprachspiele schon lange nicht mehr, eher ein Zeichen für Schlichtheit oder eben schlechte, geistestötende, böse Absichten.

Berlin als "Stadt der Kunst" wird von derlei Selbstberuhigungsstrategien nicht gerettet werden. Wie die Art Wiiiiihhhk leider eindrucksvoll aufzeigte, ist dieser Marketing-Zug wohl abgefahren.

Tourismus geht anders: Billiges Bier und letztklassige Kunstnutten werden auf die Dauer nicht funktionieren - Tirol hat ca. 42 Millionen Nächtigungen bei ca. 710 000 Einwohnern, mit teurem Bier, superteuren Hotels, viel Wintersport und folkloristischer Dekorationskultur......Berlin hat ca. 20 Millionen Übernachtungen bei ca. 3,3 Millionen Einwohnern, mit Billigbier, Übernachtungen ab 8 Euro das Bett, viel zuviel Shoppingmallsport und alternativ-folkloristischer Dekorationskultur...sollten aber Bier und Nächtigungen in der Hauptstadt des Leerstandes/Stillstandes teurer werden, dann war`s das wohl.

Berlin ist leer, da wären eigentlich noch Plätze frei, warum nicht für die Künstler?

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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Krise die das System ist, zerstört werden muss! ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

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euer Tacheles Team

1 Kommentar:

  1. Ich würde ebenso Tirol oder andere Bundesländer vorziehen, eben weil es hier hochwertiger, gediegener und nicht zuletzt sinnvoller zugeht, trotz Touris.

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