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Dienstag, 20. März 2018

NLP-Dummsprech aus der ehemaligen Volksbühne


(Bild: Die Programmdirektorin des Hauses - das früher einmal die Volksbühne war, ist günstig bei Amazon erhältlich und macht auch Interviews ganz gut...)

Deutschlandfunkinterview 06.03.2018: Kritik an der Volksbühne Berlin...."Theater ist kein Kriegsschauplatz"

Das neue Team der Berliner Volksbühne wartet mit Künstlern auf, die in der Kunst, im Theater und im Film anerkannt sind. Doch ihre Arbeiten scheinen an der Volksbühne nicht zu zünden. Die Programmdirektorin, Marietta Piekenbrock, sagt im Dlf: "Wir sehen das als eine große Umbruchphase."

Marietta Piekenbrock (oben rechts im Bild) im Gespräch mit Karin Fischer

Das Land Berlin hatte das Team um Chris Dercon explizit dazu eingeladen, ein völlig neuartiges programmatisches Konzept für ein zeitgenössisches Theater zu entwickeln, erläutert Marietta Piekenbrock im Dlf.

ODER >>> [Gleicher Satz andere Baustelle: Die Länder Berlin und Brandenburg haben ein Team von Architekten und Unternehmen explizit dazu eingeladen einen für Berlin neuartigen Großflughafen, für das zeitgenössiche Mobilitätsbedürfnis der Bevölkerung zu entwickeln.]

"Die Politik hat die Wahl, auf Kontinuität oder Veränderung zu setzen", sagt Piekenbrock, "die Berliner Politik hat sich für Veränderung entschieden. Und das bedeutet eben auch einen Wechsel an Ästhetiken, im Publikum, eine Irritation in der Presse."

ODER >>>["Also arbeiten wir weiter für ein modernes Land, für weltbeste Bildung, für die Chancen der Digitalisierung und eine faire Balance zwischen Bürger und Staat. Dafür brauchen wir jetzt umso mehr neues Denken." Ihr Christian Lindner MdB Bundesvorsitzender Freie Demokratische Partei]

Einladung ins Jenseitige. Besagte Irritation führt die Programmdirektorin der Volksbühne darauf zurück, dass die geladenen Künstler ihre Zuschauer "ins Jenseitige" einladen: jenseits des Verstandes, des Hörbaren, des Sehbaren. Als sinnliche, sensitive Abende beschreibt Piekenbrock die Programme der Dercon-Intendanz.

ODER >>>[Schrei nach Stille - vom "spirituellen Erwachen" erhoffen sich Hunderttausende erschöpfter Zeitgenossen Hilfe im Alltagskampf. Begegnung mit den Lehrern einer neuen Innerlichkeit. Von Christian Schüle 24. Juni 2004-Aus der ZEIT Nr. 27/2004 - "Die Erleuchteten waren da. Sie sind durchs Land gefahren und haben Seelen geheilt. Sie haben Identitäten erforscht und Akademiker zum Weinen gebracht. Sie haben Bewusstseinsströme in Schwingung gesetzt und Energien befreit. Sie haben Erfahrung gelehrt und Verehrung erfahren. Sie haben Inspiration vermittelt und geweckt. Und sie haben geschwiegen. Egal, wo sie waren - ihr Raum war die Stille."]

Piekenbrocks Meinung nach gelingt es durchaus, diese Anliegen über die Rampe zu bringen. "Susanne Kennedy wird bei uns im Haus sehr gefeiert. Die Vorstellungen sind ausverkauft" Sie beobachte, dass sich die Zuschauer von der Kontroverse nach der Premiere emanzipierten und den Abend für sich entdeckten.

ODER >>>[Berliner Zeitung zum Stück von Frau Kennedy: .../"Verzweifelt klingt in dem spirituellen Einerlei immer nur die Frage, ob die Kamera läuft. Übersetzt fürs Theater müsste sie lauten: „Seid ihr noch wach?“ – eine berechtigte Frage bei dem schleppenden Tempo, mit dem die menschenpuppenbestückte Innenarchitektur vor sich hinkreiselt, bei dem Singsang der vorproduzierten Einsprecher, bei den meditativen Bildschirmschoner-Videobildern, bei der Entspannungsmusik und eben der Grundannahme, dass wir es genauso gut mit einem Traum zu tun haben können. Nun: Einige flüchten sich in den Schlaf, viele verlassen einfach vorzeitig das Theater, einer winkt mitleidig. – Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/28983854 ©2018]

Laboratorium für Experimente: Marietta Piekenbrock versteht die Volksbühne in Berlin als ein Laboratorium, das sich für Künstler öffnet, die einen Raum brauchen, um ihre neuartigen Experimente durchzuführen. Und sie findet es nicht richtig, in laufende Theaterarbeiten einzugreifen.

ODER >>>[Im Rahmen der Ausstellung Broken Spaces in KAI 10 | Arthena Foundation findet zum zweiten Mal das Kunstkritik Labor, ein Praxisseminar zur Förderung angehender Kunstkritiker und Kunstkritikerinnen, statt. Dieses Seminar richtet sich sowohl an junge Journalisten als auch an Studenten und Studentinnen der Kunstgeschichte und angrenzender Disziplinen.]

Für Piekenbrock ist Theater kein Kriegsschauplatz, in dem Regisseure vor einer Premiere entmündigt werden: "Man muss sich mal vorstellen, was uns alles verloren gegangen wäre auf der Welt. Wir hätten kein 'Sacre du Printemps', keine 'Kahle Sängerin' und keinen 'Murx den Europäer'".

ODER >>>[Und am Ende dieses "Neusprech von uralten Geistern Interviews" - stilecht noch einige Allgemeinplätze, die eigentlich niemand wissen will.] ..../DLF Interview Ende.

Laborbetrieb, Experimentelles, Jenseitiges, völlig Neuartiges und explizit – Sprachlosigkeit sind die Eigenschaften der neuen, kleinen, strunzdummen digitalen Assistenten. Obiges Interview führt anschaulich vor, warum große Teile des sogenannten Kulturmanager(un)wesens durch billigen Elektronikschrott ersetzt werden sollten. Sprachlosigkeit.

Das Haus, das früher einmal die Volksbühne war, inszeniert seinen Abriss als NLP- Machwerk in Donald Trump Manier. Kultur, und da reden wir noch gar nicht über die Kunzt, geht anders. Experimentell ist da gar nichts, ganz im Gegenteil – die langweilige Dercon Operette reflektiert in klassischem Sinn nur die Zeit in der sie stattfindet. Den Zerfall einer verlogenen, uralten, imperialen, kapitalistischen Pseudozivilisation die auf umfassendem Raubbau aufgebaut wurde.

Diese platte Operette ist durchaus zeitgenössisch und legitim, sollte sich aber aus sich selbst heraus finanzieren und keine Steuergelder verschlingen. Das Haus der ehemaligen Volksbühne aber ist für derlei Eventolympiaden der falsche Ort, Berlin hat multifunktionale Räume zu günstigen Konditionen mehr als genug.

Und so wird Theater und Kunst marktkompatibel in das Jenseitige ausgelagert, in das Religiöse, das neurolinguistisch Autosuggestive, das Esoterische - jenseits des Verstandes, des Hörbaren, des Sehbaren - in das absolute Nichts.

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