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Dienstag, 22. November 2016

SCHALOM ein Tach(e)les(s) Roman


(wer Bernhard, Handke, Turrini, Jelinek und Houellebecq mag, wird Klinaŭ lieben - so muss Literatur 2016...)

SCHALOM

Artur Klinaŭ
Aus dem Russischen von Thomas Weiler

Der erste Roman von Artur Klinaŭ in deutscher Übersetzung: Schalom ist eine Satire aus der Perspektive des armen, osteuropäischen Künstlers, ein Trinkerroman und wilder Roadtrip. Es geht von Bonn über Berlin, Warschau und Minsk bis nach Mogiljow, im Osten von Belarus. Schalom ist das belarussische Wort für Kriegerhelm, und den setzt sich der Protagonist Andre in Deutschland auf – um ihn niemals wieder abzusetzen. Die preußische Pickelhaube auf dem Kopf wird zum Statement, das mit immer neuen Bedeutungen aufgeladen wird. Klinaŭ spießt dabei überaus unterhaltsam Erwartungshaltungen und Vorurteile auf – aus Ost und West.

Artur Klinaŭ, 1965 geboren, ist einer der wichtigsten Künstler seines Landes. Der Minsker Schriftsteller und Architekt gibt u. a. die einzige unabhängige Kunstzeitschrift in Belarus heraus: pARTisan (http://partisanmag.by/). Auf Deutsch erschienen von Klinaŭ bisher „Minsk. Sonnenstadt der Träume“ (Suhrkamp) sowie der Essayband „Partisanen. Kultur_Macht_Belarus“ (edition.fotoTAPETA).


Zitate aus Schalom S.36.../Zu schade, dass nicht gerade eine Revolution läuft, bei der man mitmachen könnte. Einfach nach Mexico fahren zu Villa und Zapata, an der Seite von Garibaldi kämpfen oder vielleicht mit Robespierre. Ob der Helm wohl ein Problem für die Guillotine wäre? Wenn der Kopf nicht mehr wegkullert wie der Kohl vom Strunk, sondern senkrecht fällt und sich mit dem Pickel in den hölzernen Boden des Schafotts bohrt. Angerichtet wie ein Dessert in der funkelnden, goldenen Schale.

...Nein... lieber anno 1917 in Petersburg die Weinkeller entern und dann das Winterpalais gestürmt ... Das wäre ein glanzvolles Bild - die Pickelhaube zwischen den Matrosen erklettert das gusseiserne Zarentor mit den goldenen Adlern ... das hätte den Bolschwiki nicht gefallen. Die hätten mich als kaiserlichen Diversanten verleumdet../..ja ...schade die einzige Revolution läuft gerade bei den Burka-Kanaillen ... widerlich...schicken wieder einen Schwung unschuldiger Zivilisten ins Fegefeuer und dann auch noch live im Fernsehen...

S 57.../ Wann immer Andre in die Stadt kam, sein erster Weg führte ihn hierher. Hier durfte er nicht nur auf einen herzlichen Empfang zählen, sondern auch auf Leute, die er daheim seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Das Tacheles genoss freilich in der Stadt einen zweifelhaften Ruf. Angefangen hatte es als besetztes Haus noch vor dem Fall der Mauer, und im Grunde war es das auch geblieben, nur besiedelten es jezt Künstler von den fernen Rändern Europas. Um den Ort ein wenig aufzuwerten, gab es später Ausstellungen, Lesungen und kleine Konzerte, die die alternative Szene aus der ganzen Stadt herlockten.

Respektablere Künstler stellten im Tacheles nicht aus, weil es ihnen zu trashig war und für die große Kunst zu verkommen. Die Kunstgeneräle ignorierten es schlichtweg. Und die einfachen Soldaten, die es bis zum General bringen wollten, mieden es ebenfalls, um sich ihr Dienstbuch nicht zu versauen. .../ Leseproben - Ende.

(Bild: Alexander Rodin -links ... und Artur Klinaŭ -rechts ... Minsk im November 2016, vertieft in Hoch-Geistiges oder auch nicht ?!...Prost Leute)

So zieht Andre seine Spur durch Europa trifft sich mit Fjodor im Tacheles - besteht Schelmenhöllen, pflügt durch Geschichte, Schnaps und Kunst - zurück und weg an und von den Ufern der Heimat, die es so nie gab, zum Popengrauen und der oben gebliebenen Pickelhaube - AAAAAmm AAAARRRRSCHSCHSCHSCH.....

Eine Reise durch Europa, ein Dokument zur Tachelesgeschichte und so zu tun, wie es ist...

***************************************************************************** Wenn Angst und Bösartigkeit zur Vernunft wird, ist Widerstand Pflicht.

Rinks und Lechts - ist nicht die Frage.

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