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Sonntag, 26. Februar 2017

Nichtraum für die Kunzt - ein Nachruf


Der Nichtraum für die Kunst wurde im Herbst 2016 von der Investoren-Taliban vernichtet.

Es hat Tage lang gedauert und ohne großen Bagger würden die Kunstvernichter heute noch mit dem Pickel werkeln. (Foto:Stefan Schilling 2016)

Teile des peinlichen Bunkers am Tacheles (1994-2016) verblieben aber im Untergrund. (Foto:Stefan Schilling 2016)

21 Jahre lang hatten tausende Besucher, hunderte Künstler und nicht wenige Obdachlose viel Freude aber auch Ärger mit der Kunstmilitärischen-Anlage des Kunztbundes: "NurSchrec! - und Alles wird gut"
Ansicht der NurSchrec!-Nichtraum-Anlage im Sommer 2016 kurz bevor die blickdichte Berliner-Baustellenmauer installiert wurde. (Foto: Roland Nowotny 2016)
Finanzzocker und Grundstücksspekulanten wollen traditionellerweise keine Zuseher. Der Bunker sollte die Aufmerksamkeit langfristig auf das Gelände hinter dem Tacheles, bis an die Grundstücksgrenzen lenken.

Mission accomblished...
Freiluftatelier, Performancebühne und die kleinste und sicherste Galerie der Welt, mit Raum für ein Werk und einen Betrachter - Der Nichtraum für die Kunst wirkte und werkte 21 Jahre in der Mitte Berlins.
Rechtzeitig zum Baubeginn 1995 am Nachbargrundstück wurde der Bunker in der Friedrichstrasse fertiggestellt.

Der Aufmarsch der Baumaschinen des Nachbarn in Verbindung mit dem Nichtraum am Tacheles visualisierte die Gewaltdimension einer finanzkapitalbefeuerter Verdrängung mittels privatisierungsgetriebenem Städteraubbau.Müßig zu erwähnen das, dass Holtzmanngebäude auf dem Nachbargrundstück ein Bankrottprojekt wurde...

Der Bauleiter des Nachbarn wollte den Bunker umsetzen.
Nachdem ihm Konstruktion und Verankerung erklärt wurden, entschloss sich der gute Mann den Nichtraum mit drei Stahlbetonpiloten an das Fundament des Holtzmanngebäudes anzuschließen. Die Bunkerrückwand unter Grund wird Berlin erhalten bleiben.

"Gut getarnt ist auch nur Grau"

In 1999 kam es am Nichtraum für die Kunst zu monatelangem Astronautentraining mit freier Sicht auf eine Ruine aus dem zweiten Weltkrieg.

Diskussionsrunden im Roboshop von "NurSchrec!-Spacedepartement" erörterten die Zusammenhänge von glitzernder Raumschiffpropaganda und den mitlitärisch-industriellen Komplexen in Ost und West.

1996 begann die kanadische Künstlerin Lisa Brown mit ihrer Bunkerbemalung.


Am Beginn der Aktion dachte das Publikum noch an Friede-Freude-Eierkuchen-Rosa gegen Betongrau - der Kleingeist empörte sich, der Kenner diskutierte.
Nach Fertigstellung der Bunkercamouflage wurde aber klar, dass es der Malerin nicht um Kritik am Städtebau ging, sondern die Genderfragen und die Widersprüche der sexuellen Befreiung im Fokus ihrer Arbeit standen.



Lisa Braun (1970 - 2001) die schnellste Malerin der Welt, lebte nur 31 Jahre in denen sie ein umfangreiches Werk schuf. Im Juli 2001 wurde sie von einer Krebserkrankung aus dem Leben gerissen.



Die semiotische Installation des Künstlerpaares Schager aus Linz zauberte flammendes Japanisch auf den Vorplatz der Bunkeranlage.


Die Künstlergruppe Shifz aus Wien bauten den Nichtraum als ihre Test- und Versuchsanstalt um. Videokunst, Internetexperimente und kreativer Maschinenbau waren 1996 im Mittelpunkt der Shifz Künstler Chris Veigel und Magnus Wurzer.


Die Tacheles Freifläche im Winter 96/97 fotografiert von Stefan Schilling, der Nichtraum, perfekt getarnt, in der rechten oberen Bildecke.

Die "Werkzeug zu Waffen Aktion" von AtariHardCore 1996 präsentierte einen Boden-Boden-Raketenhandschuh als Visualisierung des, auch nach dem vermeintlichen Ende des kalten Krieges, mörderischen Weiter-Wettrüstens der industriell-militärischen Komplexe rund um den Globus.


Bau des bunkers zu Berlin 1994-1995, Über vierzig Kubikmeter Stahlbeton ergaben einen atombombensicheren Nichtraum für die Kunzt.


Im japanischen Hotel an der Nichtraumbaustelle übernachteten bis zu 10 Personen gleichzeitig während der Bauphase in 1995.

***************************************************************************** Wenn Angst und Bösartigkeit zur Vernunft wird, ist Widerstand Pflicht.

Rinks und Lechts - ist nicht die Frage.

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