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Montag, 16. Oktober 2017

Neue mögliche Erkenntnisse aus dem Faschismuslabor ...


[Bild: Die Hauptstadt mit Garten hat eine internationale Küche, die sie als ihr Verdienst ausgibt...typisch Österreich, "möcht man meinen..."]

Wiedereinmal hat eine Region in Europa gewählt, Österreich heisst der schöne Fleck an Alpen und Donau. Böse Zungen bezeichnen diese Gegend schon seit Jahrzehnten als Faschismuslabor. Dies ist, einerseits ungerecht gegenüber den ca. 50% vernünftiger Menschen des Landes, aber andererseits ist die Arschlochdichte weltweit in etwa gleich hoch, dies muss diskutiert werden, sollten alle zusammen langfristig überleben wollen.

Auch in, beispielsweise, Syrien gibt es große vernünftige Teile der Bevölkerung und islamistische, durchgeknallte Unmenschen, die Hetze und Gewalt als politisches Mittel zur Durchsetzung ihrer Partikularinteressen nutzen. Insofern decken sich hier die Erscheinungsformen von Irrationalität und Wirklichkeitsverweigerung in christlich-nationalsozialistischen Gegenden, mit denen in islamistisch-nationalchauvinistischen Regionen. Die Welt ist im 21 Jahrhundert so gestrickt, wahrscheinlich war es schon immer so, heute wird dies durch digitale Medienstampeden, i-netzweit einfach nur transparenter und nachvollziehbarer.

Was sagt uns das pseudodemokratische Wahltheater in der Alpenrepublik? Ist der Dauerrechtsruck, seit Anfang der achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, wirklich einer oder ist es nur die Zukunftsangst einer immer älter werdenden Gesellschaft, die sich nicht mehr erneuern kann? Gibt es wirklich noch Nazis oder sind rechts-totalitäre Tendenzen nur Zeichen einer zerfallenden Zivilisation? Ist die "marktwirtschaftliche Pressefreiheit", infolge der umfassenden Vermarktung von Allem und Jedem, das genaue Gegenteil von Pressefreiheit? Erleben wir gerade das Ende des Kapitalismus und sind die Retro-Faschisten, unbeabsichtigterweise, seine Totengräber?

Das Wahltheater ist ein Zeichen für den Rückbau der tatsächlichen politischen Macht von Nationalstaats-Regierungen, zugunsten eine diffusen Wirtschaftsfreiheit. Eine Folge des fulminat schiefgegenagen, neoliberalen Putsches zu Beginn der 1980er Jahre. Die sogenannte Globalisierung erzeugt, letztlich nur gefühlt, mehr Verlierer als Gewinner. Dies ist wohl falsch, aber gerade für die "Politik der Angst" ein gefundenes Manipulationsinstrument. Die strukturelle Korruption des menschlichen Seins verschärft und beschleunigt diese Vorgänge. Die persönlichen Bereicherungstendenzen der sogenannten "Politiker", sind weit unterschätzt, wenn mit den Faschos ein gut bezahltes Mandat zu erringen ist, dreht sich die Fahne schnell in den profitableren rechten Wind. Bei den Wählern genauso, wie bei den zu Wählenden.

Sex, Gewalt und Blut verkauft sich gut, dass knackige Sprüche und Demagogie das Reich der Kunst wieder verlassen haben und in den Tatsächlichkeiten herummarodieren, ist nicht wirklich verwunderlich. Der digitale Bilderporno dieser Zeit hat Anstand, Vernunft und guten Ton aufgelöst. Die künstlerische Überspitzungen von Sprache und Bild, infolge der vor-schrittlichen Modernisierungen in den 1960er und 1970er Jahren, wurden zu Medienstrategie und Wahltheater-Werkzeug. Sie erfüllen damit ihren aufklärerischen Anspruch nicht mehr und verkehren sich in ihr genaues Gegenteil, Provokation als System erhaltende bzw. reaktionäre Strategie.

Die Rechten, Irrationalen und Kurzdenkenden leben inhaltlich, zu großen Teilen, davon , dass die selbsternannten Weltretter in 48 Stunden, Halbschuhrevolutionäre und Linken sie diffamieren, von oben herab behandeln, beschimpfen und ziemlich erfolglos bekämpfen (Auch der Schreiber dieser Zeilen, kann sich davon nicht ausnehmen). Dies ermöglicht den Retro-Faschisten eine Oferrolle obwohl sie Täter sind, und vor allem die Flucht in fruchtlose Debatten des Aufrechnens. Diese würde jeder Sandkiste für Kleinkinder zur Ehre gereichen und drückt den gesellschaftichen Diskurs, langsam aber sicher, nach rechts.

Am Ende dienen beide Lager einfach nur unmenschlichen Finanzmechaniken, die nicht von Einzelpersonen geschaffen wurden und werden, sondern eher der Gier&Neidlogik bzw. der strukturellen Korruption des Mensch-Seins geschuldet sind. Verschwörungen gibt es kaum oder gar nicht, Interessensparalellitäten gibt es viele.

Ein schönes Beispiel dafür war die Frankfurter Buchmesse, deren Veranstalter, ganz der Logik der Finanzmaschine folgend, die Rechten gegen die Linken ausspielten. Ein Retro-Naziverlag wurde zur Messe zugelassen, Faschismus und Wiederbetätigung scheint für die Buchmessenveranstalter kein Verbrechen mehr zu sein. Der Fascho-Verlag wurde linken Ausstellern gegenübergestellt. Die Folgen waren, ein Polizeieinsatz, Gewalt, gegenteilige Schuldzuweisungen und kostenlose PR für die Buchmesse, die sich dann noch erdreistete, letztklassigen Hirndünnpfiff zu veröffentlichen-Zitat:.../ "Die Frankfurter Buchmesse lebt von der Vielfalt der Meinungen und ist ein Ort des freien Dialogs"....Gewalt hingegen verhindere den Austausch von politischen Positionen: "Wir werden sie als Mittel der Auseinandersetzung nicht zulassen.".../ Zitat Ende. Freilich da war die Gewalt schon passiert, die Nazis hatten ihren großen Auftritt, mit so gut wie keinen Inhalten, die Linken haben notwendigerweise mitgespielt und die Messe hatte ihre Aufmerksamkeit.

Fragt sich nur, warum die leidige Messe nicht auch Mormonenpamphlete und der Zeugen Jehovas Wachturm für einen Stand eingeladen haben? Genauso funktioniert es, die wahre Herrschaft spielt Rechtsdreher und Linksläufer gegeneinander aus und sichert so ihre weltweite Macht. Dass der Börsenverein des deutschen Buchhandels als Mitveranstalter auftrat, ist ein elegant-bescheuert daherkommendes Detail und bestätigt diese Regel. Die radikale Rechte muss man einkapseln und wegignorieren, die wahre AntiFa-Demo sollte nicht auf Nazis oder Gartenzwerge schimpfen, sondern konkrete Politik von den Verantwortlichen einfordern. G20 Demos oder auch Blockupy sind Beispiele dafür, dass dies gelingen kann. Die enthemmte Rechte übernimmt in der Regel Positionen der Linken, baut sie ein wenig dumpfnational und quasireligiös um und geht damit Menschen fischen. Die vernünftigen Kräfte, tun gut daran mit Lärm und Farbe die Fischerei zu unterbinden, es müssen immer nur Maß und Ziel genau eingeschätzt werden.

Die Medienhysterie dieser Tage, vor allem in den Wohlstandsgebieten, ist ein Zeichen der Angst vor Überalterung bzw. dem eigenem "älter werden" und der damit verbundenen Sorgen nicht mehr mitzukommen. Die viel bemühten Rechtsrucke sind Ausdruck von Orientierungslosigkeit und der Furcht vor dem Tod. Der wahre Rechtsrutsch passierte vor fast 40 Jahren eher unbemerkt, er dreht sich in den Köpfen der damals handelnden Protagonisten und ihrer Nachfolger, schon wieder eher nach links. Konzern- und Finanzmarktstrukturen sehen mit Grausen auf so manche Entwicklungen, da sie schlecht für das Geschäft sind. Nicht von ungefähr fordern manche "neuen" Unternehmen aus der Digitalwirtschaft, heute ein Grundeinkommen und Ähnliches, Krieg rechnet sich nicht mehr so gut, wie in der schlechten alten Zeit.

Die Renaissance des Totalitären ist ein Zeichen für den Zerfall der Markt-Zivilisationen, egal ob rechte oder linke Händler. Der Nazi von heute ist auf pralamentarischer Ebene nur eine vorübergehnde Popveranstaltung, auf der Strasse und in den Köpfen des kleinen Mannes ist er aber ein Gewaltproblem. Daher ist es auch durchaus legitim und rechtsstaatlich (noch) gedeckt bei physischen Angriffen mit physischer Notwehr zu antworten. Anders ausgedrückt, klar kann man einem Identitären die Fresse polieren wenn er den "ausländischen" Passanten angreift, man muss nur auf die Verhältnismäßigkeit achten und am besten eine Bodycam mitführen.

Dass marktwirtschaftliche Pressefreiheit keine ist, ist ein alter Hut. Heute ernten wir die Früchte der Privatsender und Anzeigenblätter mit Kommentarteil. Der Anti-GEZ Bewegung sei dies einmal mehr ins Stammbuch gestanzt, Freiheit per se ist schon lange eine rechte Losung, progressive aufgeklärte Menschen differenzieren da ganz genau. Die Freiheit der Privatmedien ist die Unfreiheit der Konsumenten derselbigen. Diese Diskussion ist aber gerade in Auflösung begriffen, da die Internepp-Welle jeden und jede zum Privatsender macht, die Macht des Boulevards wächst auch langsam aus, Generation Smartphone scheisst, über weite Strecken, auf die Kronen-Zeitung oder Bild-Klopapier. Der sinnlose Kampf gegen Fake News, ist Ausdruck der Ohnmacht des politischen Establishments. Wenn man so will, sind die Retro-Faschisten derzeit die Avantgarde dieses scheiternden Elitegedankens. Lassen wir sie doch in Ruhe eingehen und bauen wir einstweilen konstruktiv an der Zukunft weiter. Die Parteipolitik der Noch-Nationalstaaten ihrer Schmierenblätter und ihrer Privatsender ist bei weitem nicht mehr so dominierend wie vor 20 Jahren.

Freie Radios und TV-Anstalten, selbstbestimmte Festivals, Internetcommunities und dergleichen, haben heute schon eine große Wirkmacht, dass die hauptsächlich verwendete Sprache English ist, trägt zur Internationalisierung der Tatsächlichkeit mehr als nur konstruktiv bei, sie entmachtet den Nationalisten quasi an seiner Wurzel. Pressefreiheit und Meinugsfreiheit werden auf dem "Schlachtfeld" der Fake News Debatten ausgetragen. Da man Kunst und Satire nicht so einfach verbieten kann, dies wäre nicht im Sinne der Marktwirtschaft (ach-wie schön wenn sich die Ratte selbst in den Schwanz beisst...), ist dieser Konflikt trotz Kronen-Zeitung, Bild-Klopapier, Trump und ehemaligen deutschen Justizminister so gut wie entschieden und zwar für Meinungs-und Pressefreiheit. Ein "Fake-News" Verbot lässt sich im Zeitalter einer globalen, bis in den erdnahen Orbit reichenden Server-Verteilung nicht organisieren, es ist technisch unmöglich.

Vielleicht ist die momentane Endzeitkomödie ein Zeichen für das Ende des Kapitaismus wie wir ihn kennen. Vielleicht ist gerade der Zerfall der vom freien Markt getriebenen Zivilisationen das Tor zu einer besseren Welt. Vielleicht ist das Aufbegehren der obsoleten Religionen ein gutes Zeichen für ihr bevorstehendes Verschwinden. Vielleicht ist der neurotische Islamhass der mörderischen Christen der erste Schritt zur Selbsterkenntnis. Und vielleicht wäre es klug und vor-schrittlich, den Schub den die giergetriebene Globalisierung ausgelöst hat, für eine echte Internationalisierung der Erde zu nutzen. Dann wären die Retro-Faschisten die Totengräber einer Wirklichkeit, die sie doch so gerne unter Kontrolle halten und auf ewig konservieren wollten.

Dass die Österreicher die große Koalition beenden wollten und daher den einzigen langgedienten Großkoalitionär, Sebastian Kurz gewählt haben, ist eigentlich nur eine typische Wiener Operette. Sie beweist nur, dass die demokratischen Ansätze von gestern, heute nichts mehr taugen, dass die Nationalstaaten am Ende sind und die Zukunft ganz anders daherkommen wird - eagl ob dies rinks oder lechts gefällt.

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Wenn Angst und Bösartigkeit zur Vernunft wird, ist Widerstand Pflicht.

Rinks und Lechts - ist nicht die Frage.

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