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Dienstag, 12. Dezember 2017

Kunsthaus Tacheles_UG - Immer einen Schritt voraus.


(Bild: Es wird unscharf - das - EXhaus Tacheles)

Die Erfindung der Wahrheit (Originaltitel: Miss Sloane) ist ein Hollywoodstreifen aus dem Jahr 2016. Der Inhalt des Filmes dreht sich um Lobbyarbeit, Spindoktorei, Intrigen, Manipulation von Wirtschaftsstrukturen und strukturelle Korruption.

So ist Er - der Mensch, im Großen wie im Kleinen. Um das Kleine, das scheinbar Vernachlässigbare, das Nicht-Weltbewegende dreht sich diese Epistel.

Das Ex-Kunsthaus Tacheles in Berlin Mitte wird seit über einem Jahr saniert. Die Fertigstellung und Eröffnung ist noch nicht wirklich in Sicht, aber Berliner-Flughafen geprüfte Insassen der Stadt sind dies mehr als nur gewöhnt.

Projektentwickler schnitzen schon seit längerem an der Vermarktung der Immobilie. Es soll ein Branding des Aufbruchs in eine neue Stadt werden. Mit gefälligem, anglizistisch-verbrämten Neusprech werden, so gut wie alle, möglichen, Worthülsen des Studiengangs Kulturmanagement bemüht. Rückschritt in NeoLib-Sprech, Kulturkampf von oben.

Sogar der Ex-Kultursenator SPD-Schmitz-Steuerbetrug wurde schon bemüht, um Ai Wei Wei ins geklaute Branding-Boot zu holen. Mit Namedropping astronomische Quadratmeterpreise zu generieren hat aber nicht geklappt. Ai Wei Wei ist zu klug und zuviel Dissident, um sich auf derlei plumpe Kulturlosigkeiten einzulassen.

Auch mit der Sanierung des Ex-Tacheles läuft es nicht so schnell, die echten Entwickler des Tacheles haben den scharfen Denkmalschutz für die Graffiti-Kunst in und um das Haus noch in 2011 erwirkt. Anders als der leicht auszuhebelnde Gebäude-Denkmalschutz und der zahnlose Abgeordnetenbeschluss aus den frühen 90ern, das "Kunsthaus als Kulturstandort" zu erhalten (was immer dies bedeuten mag-auch ein CinemaXX oder ein Premium-WC ist ein Kulturstandort), wirkt der StreetArt-Schutz identitätsbewahrend.

Vor allem behindert der Graffiti-Schutz den Branding-Klau und kultur-ideologische Spindoktorei. Was tun (?) werden sich die Entwickler fragen. Wie presst man eine gewöhnlich-kurzsichtige Renditeoptimierung in eine Kunstschablone?

Kunsthaus Tacheles_UG gibt an dieser Stelle einen kostenfreien, wahrlich-zynisch gemeinten Tip. Versucht doch, im Vorfeld, eine große Tacheles-Ausstellung zu machen. "Tacheles" - Künstlerlein, bestechliche ExGastronome, frustrierte DDR-AkademikerInnen, neol(o)iberale Kulturverwurschtler und gescheiterte LebenskünstlerInnen gibt es in Berlin wie Sandig am Meer.

Irgendwann hat dieser Personenkreis, in irgendeiner Form, irgendetwas mit dem Kunsthaus zu tun gehabt. Und wenn sie auch nur in die Treppenhäuser gepisst haben, käuflich werden die meisten sein. Fotos, Kunstwerke und ein paar alte Plakate werden sich auch noch anfinden. Zur Ausstellungseröffnung sollte dann ein B. oder C. Promi, am besten aus TV oder Schauspielerkreisen eingekauft werden, der oder die dem Ganzen ein wenig Billig-Glitzer verleihen kann.

Obendrauf sollte, selbstredend, ein Tacheles-Fotobuch erscheinen. Die Kommentare zu den Bildern, sind gegen lau am Berliner-Kulturprekariats-Tresen abzuholen. Ein wenig Medienpartnerschaft und - Zack - schon steht die Tacheles-Quartier-Show.

Schon in den frühen 1990ern, von der Kommunikationsforschung des erfolglosen ersten Investors, bestochene Kulturmanager könnten auch die Leitung des Ex-Tacheles wieder übernehmen - damit wäre auch noch ein wenig Wendegeruch der "wilden" 90er zu schaffen.

Derweilen arbeitet die Kunsthaus Tacheles_UG (seit 2011) am Tacheles-Archiv. Alle Plakate, Flyer, Programmhefte Presseberichte, Sitzungsprotokolle und Akten, unter großem Aufwand privat gesammelt, werden seit 2012 katalogisiert - vielleicht zu einem Buch zusammengefast- wer kann das heute schon sagen? Info, Polemiken und mehr - bis dahin - unter www.tacheles.de.

"Neodeutsche Verhältnisse" diese Ausstellung fand Ai Wei Wei noch 4 Jahre später gut....

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